Eine Person in einen Bademantel gehüllt auf einem Liegestuhl, im Vordergrund eine Reihe leerer Liegestühle

MediFICTION

Freuen auch Sie sich auf die kuriose Geschichte vom blauen Bademantel!

Aktuelle Folge ...

Folge 23

Logo MedifictionViktor begann zu erzählen, während er die Ratte unter seinem langen, grauen Bart weiterkraulte: "Es gab einmal eine Zeit auf Erden, in der alle Dinge ohne Farbe waren. Das muss zu jener Zeit gewesen sein, als es sonst noch kein Leben gab, sondern nur Steine, Wüsten, Berge, Seen, Flüsse, Ozeane und den Himmel über allem. Der Himmel war glasklar und wurde nachts auch nicht dunkel, weil es noch keine goldene Farbe für die Sterne gab, sodass man sie hätte funkeln sehen können. Das Wasser der Seen, Flüsse und Ozeane war ebenfalls glasklar, denn es gab nichts, was in ihren Tiefen schwamm und es gab keinen blauen Himmel, der sich auf ihrer Oberfläche spiegelte. Alles war glasklare Tiefe. Selbst die Steine und Gebirge waren ebenso aus klarem Glas wie der Sand der Wüste. Und sogar die Sonne, die alles in ein gläsernes Licht tauchte, war nicht gelb, orange oder golden wie Kinder sie malen. Die Sonne sah aus wie ein Teller aus sehr dünnem, strahlendem Glas. Allerdings war sie schon damals sehr heiß und sorgte dafür, dass die gläserne Welt in der eisigen Kälte nicht in tausend Stücke zersprang.

Da begab es sich eines Tages, dass der reine, glasklare Geist, der all dies geschaffen hatte, sich furchtbar langweilte. Alles sah so aus wie er selbst – und ewig war sich alles gleich. Denn es fehlte nicht nur an Farben – auch die Töne, die Gerüche und selbst das Wehen der Lüfte fehlte. Und obwohl die Sonne alles in ihr grelles Licht tauchte, gab es keine Schatten.

In dieser glasklaren Welt bewegte sich fast nichts. Sogar das Wasser war wie Glas kurz vor dem Erstarren; wie zähflüssiger Brei und ohne Wellenschlag floss es in einem nicht enden wollenden Kreislauf von hier nach da und wieder zurück. Doch wie sollte der Geist dies ändern? Er war nun mal so, wie er war, und konnte nicht anders. Da wurde er sehr traurig. Nie würde seine Welt sich ändern, und er wäre auf immer und ewig gefangen in diesem toten Raum. Der Geist wurde noch trauriger und ihm wurde bald richtig kalt ums Herz. So sehr, dass er zu weinen anfing. Die Tränen traten aus dem einen großen Auge, das er auf dem höchsten Punkt seines riesigen Kopfes hatte. Doch kaum fielen die Sonnenstrahlen auf die Tränen, geschah etwas Seltsames – etwas, was sich noch nie zuvor ereignet hatte: Das Licht der Sonne begann sich in den Tränen zu brechen. Es entstand ein buntes Licht, ganz ähnlich dem, das wir heute noch vom Regenbogen kennen. Der Geist bemerkte die bunten Lichter, die aus seinem einem Auge wie aus einer Quelle empor sprudelten und staunte. So etwas Schönes hatte er noch nie gesehen. Obwohl er eigentlich nicht mehr traurig war, weinte er doch noch ein bisschen weiter, denn er konnte sich an all diesen schönen Lichtern nicht satt sehen.

Bald war der Boden um ihn herum bedeckt von kleinen, bunten Lichtkugeln in blau, in grün, in gelb, orangerot und violett. Da dachte der Geist: Wie schön wäre es doch, wenn ich meine Welt ein wenig bunter machen könnte mit allen diesen schönen Lichtern! Er nahm gelbe Lichter und färbte den Sand, die Sterne und die Sonne, orangerote und färbte den Stein, grüne und färbte die weiten Ebenen, blaue für das Wasser und den Taghimmel. Das violette Licht aber nahm er, um dem Himmel eine zweite Farbe zu geben. So entstanden Tag und Nacht. Der Geist, der all dies geschaffen hatte, freute sich. Bald mochte er das Blau am liebsten, bald die roten Töne, dann das Gelb oder das Grün und das Violett. Schließlich begann er, die bunten Lichter unter einander zu mischen und so weitere bunte Lichter zu erzeugen. Doch etwas Wichtiges fehlte noch in dieser neuen Welt: Dinge, die sich bewegten. Da entschied sich der Geist, sich erst einmal selbst zu bewegen. Er erhob sich und bemerkte plötzlich, dass um ihn herum alles in bunten Lichtern schillerte, nur er selbst war noch klar wie Glas. Da er sich für keine der Farben dauerhaft entscheiden konnte, beschloss er, sich wechselnde Farben zu geben."

"Aber was hat das mit dem blauen Bademantel zu tun?", fragte ich ungeduldig. "Dazu komme ich jetzt", sagte Viktor und setzte seine Erzählung fort.

Weiter geht es am 12.09.2008!

Wählbare gesetzliche Krankenkassen

Nutzen Sie Ihr sofortiges Wahlrecht!

PDF (119 KB)

BKK-FInder

Welche BKK passt zu mir?

Mehr