Brustkrebs - Rezidive und Metastasen



Brustkrebs - Rezidive und Metastasen
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Es gibt ausgefeilte Operationstechniken, moderne Medikamente und Strahlenbehandlungen, um gegen Brustkrebs (Mammakarzinom) vorzugehen. Doch Ärzte können nie garantieren, dass eine Frau nach der Behandlung wirklich geheilt ist.

Bei einigen Frauen tritt der Brustkrebs an der gleichen Stelle wieder auf. Mediziner sprechen von einem Lokalrezidiv beziehungsweise lokoregionärem Rezidiv. Es können sich aber auch Tumorzellen vom Krebsherd ablösen, mit der Lymphflüssigkeit oder dem Blutstrom an andere Stellen des Körpers gelangen und dort Absiedelungen bilden (Tochtergeschwülste = Metastasen).

Lokales Rezidiv

Brustkrebs-Rezidive können in der Brust, an der Brustwand oder der darüber liegenden Haut auftreten.

Nach einer brusterhaltenden Operation (BET) mit anschließender Bestrahlung entwickelt sich bei 10 bis 20 von 100 Frauen innerhalb von zehn Jahren ein neuer Tumor.

Nach der Amputation der Brust (Ablatio o. Mastektomie) kehrt der Krebs bei etwa vier Prozent an der Brustwand zurück. In einem Prozent der Fälle ist mit einem Rezidiv in der Achsel zu rechen, wenn dort mehrere Lymphknoten entfernt wurden. Wurde nur der Wächterlymphknoten herausgeschnitten, liegt die Wahrscheinlichkeit für ein Wiederauftreten des Tumores in der Achsel bei 0,25 Prozent.

Frauen, die in den ersten zwei Jahren nach der Behandlung einen Rückfall erleiden, haben im Allgemeinen schlechtere Heilungsaussichten als Frauen, bei denen der Krebs zu einem späteren Zeitpunkt wieder auftritt. Außerdem ist bei ihnen das Risiko größer, dass der Krebs ein zweites Mal wiederkommt (Zweitrezidiv) oder dass sich Metastasen bilden.

Verschiedene weitere Faktoren begünstigen das Auftreten von Rezidiven:

  • Hohe Anzahl befallener Lymphknoten,
  • großer Tumor,
  • besonders bösartiges Krebswachstum,
  • unvollständige Entfernung des Tumors bei der Operation,
  • mehrere Krebsherde in der Brust,
  • entzündliches (inflammatorisches) Karzinom,
  • hohe Zahl an HER2-Rezeptoren auf den Tumorzellen,
  • Eindringen des Krebses in Blutgefäße (Gefäßeinbruch),
  • junges Alter bei Erstdiagnose,
  • Verzicht auf Bestrahlung nach brusterhaltender Operation.

Diagnose des Rezidivs

Als erstes Anzeichen für einen Rückfall ertasten Frau häufig knotige Veränderungen in ihrer Brust. Bei manchen wird es aber auch bei der Nachsorge mithilfe der Mammografie oder des Ultraschalls entdeckt, bei anderen rötet sich die Haut über der operierten Brust. Um ein Rezidiv nachzuweisen, untersucht der Arzt die Brust mittels Mammografie oder Kernspintomografie (MRT). Die bildgebenden Verfahren reichen für die Diagnose jedoch nicht aus: Wie beim ersten Tumor ist erforderlich, eine Gewebeprobe zu entnehmen. Gleichzeitig muss der Arzt feststellen, ob sich der Tumor auch in andere Organe oder Gewebe ausgebreitet hat - ob also Metastasen in Leber, Lunge, Knochen oder Gehirn vorhanden sind.

Behandlung des Rückfalls

Das Feststellen eines Rezidivs ist häufig ein ähnlich einschneidender Moment wie die erste Krebsdiagnose. Doch ein Rückfall ist keine hoffnungslose Situation: Je länger der Abstand zur Erstbehandlung und je kleiner der neue Tumor, desto günstiger ist der Langzeitverlauf.

Wie beim ersten Tumor steht die Operation im Vordergrund. Experten empfiehlt den meisten Frauen, die zuvor brusterhaltend operiert wurden, nun die Brust abnehmen zu lassen (Mastektomie). Unter günstigen Bedingungen kann jedoch erneut brusterhaltend operiert werden. Günstig heißt, dass der Tumor sich vollständig und mit Sicherheitsabstand entfernen lässt. Empfiehlt der Arzt eine Mastektomie, ist es wichtig, sich rechtzeitig vor der Operation über Brustaufbau oder Prothesen zu informieren.

Nach der Operation kann eine Strahlentherapie die Heilungsaussichten verbessern. Eine Bestrahlung kommt in Frage, wenn die Brust nach der ersten Operation nicht bestrahlt wurde oder der Operateur das Rezidiv nicht komplett entfernen konnte. Kann die Patientin oder der Patient nicht operiert werden, kommt die Strahlenbehandlung gleich zum Zug.

Zusätzlich zur Strahlentherapie kommen bei Frauen bei einem Rezidiv Medikamente zum Einsatz. Ob und welche Medikamente sinnvoll sind, muss man im Einzellfall entscheiden. Hatte die Patientin beispielsweise bei der Erstbehandlung keine Anti-Hormontherapie oder war diese bei Auftreten des Lokalrezidivs beendet, können entsprechende Medikamente helfen.

Metastasen

Brustkrebs, Metastasen © NetDoktor.de

Metastasen entstehen am häufigsten in:

  • Knochen (Wirbelsäule, Rippen, Becken, Schädel)
  • Lunge, Rippenfell (Pleura)
  • Lymphknoten oberhalb des Schlüsselbeins
  • Leber
  • Haut
  • Gehirn

Eine Heilung ist bei Frauen mit Metastasen mit den derzeitigen Therapien nicht mehr möglich. Der Krankheitsverlauf lässt sich jedoch oftmals bremsen und die Lebensqualität der Patientinnen verbessern. Eine Behandlung ist dann am wirkungsvollsten, wenn nur einzelne Metastasen in Knochen und/oder Haut auftreten, wenn der Krebs Hormonrezeptoren aufweist, weniger bösartig wächst und seine Zellen nicht übermäßig viele HER2-Rezeptoren ausbilden.

Diagnose von Metastasen

Metastasen werden häufig in den Nachsorgeuntersuchungen entdeckt, einige machen sich aber auch von selbst bemerkbar, beispielsweise durch Knochenschmerzen.

Folgende Untersuchungen können den Verdacht erhärten:

Bei möglichen Knochenmetastasen

Bei möglichen Lebermetastasen

  • Ultraschall (Sonografie)
  • Computertomografie (CT)
  • Kernspintomografie (MRT)

Bei möglichen Lungenmetastasen

  • Röntgen-Thorax
  • Dünnschicht-Spiral-CT (bei Unklarheiten)

Behandlung von Metastasen

Ärzte behandeln Metastasen systemisch, das heißt im gesamten Körper. Dazu eignen sich sowohl Anti-Hormontherapie als auch Chemotherapie, Antikörpertherapie (Trastuzumab) oder anderen gezielten Behandlungen. Für Frauen mit Knochenmetastasen kommen Bisphosphonate (Medikamente, die den Knochenstoffwechsel beeinflussen) in Frage. Einzelne Metastasen lassen sich operativ entfernen oder bestrahlen.

Hat eine Frau mit Metastasen starke Beschwerden oder gefährden die Metastasen lebenswichtige Körperfunktionen, kommt eine schnell wirkende Chemotherapie zum Einsatz. Fehlen Hormonrezeptoren auf den Krebszellen, empfiehlt der Arzt gleich eine Chemotherapie. Auch bei Metastasen im Gehirn setzen Ärzte primär Zytostatika ein, gefolgt von einer Strahlentherapie. Bei Frauen nach den Wechseljahren kommen häufig Aromatasehemmer zum Einsatz. Welche Präparate in welchem Schema in Frage kommen, hängt von der individuellen Situation der Frau ab.

Aktualisierung 09.02.10

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