Der schöne Körper - Ein Plädoyer für wahre Schönheit
Aus medizinischer Sicht ist es ganz sicher begrüßenswert, wenn Menschen auf ihre Gesundheit achten. Und ein schlanker, durchtrainierter Körper scheint immer ein sicheres Indiz dafür zu sein, dass sein Besitzer sich fit hält, Sport treibt und Übergewicht vermeidet. Nun gibt es aber auch Menschen, die sich ein übersteigertes Schönheitsideal zu eigen machen. Was die naturgegebene Ausstattung des Körpers und die Lebensweise nicht hergeben, sollen je nach Schwerpunkt des Schönheitsbegriffs muskelaufbauende Substanzen oder korrigierende Operationen erreichen. Wo genau verläuft eigentlich die Grenze? Falls Sie, saisonal bedingt, sich langsam auf Ihre Bikinioder Badehosenfigur vorbereiten möchten, lohnt es sich, darüber nachzudenken
Der Natur einfach mal auf die Sprünge helfen?
Vor schönheitschirurgischen Eingriffen ist heutzutage keine Körperzone mehr sicher. Wohlgemerkt – für korrigierende oder wiederherstellende Operationen nach Unfällen oder Krankheiten gibt es gute Gründe. Hier geht es vor allem um die allein in Deutschland durchgeführten jährlich 800.000 freiwilligen Korrekturen: Brüste werden vergrößert, Fett wird abgesaugt, Nasen, Lippen, Ohren, Lider, männliche und weibliche Genitalien werden ohne medizinische Notwendigkeit chirurgischen Eingriffen unterzogen – nicht, weil alles danach objektiv schöner wäre, sondern weil man meint, einem medial erzeugten Schönheitsideal folgen zu müssen.
Dass diese Operationen vor allem bei mehrfacher Wiederholung nicht ungefährlich sind, musste Anfang Januar das in diesem Zusammenhang bekannt gewordene Model Cora auf tragische Weise erfahren, als die junge Frau nur 23-jährig nach ihrer sechsten Brustvergrößerung verstarb. Ebenfalls nicht ungefährlich sind Pharmazeutika, die schnellen Muskelaufbau versprechen. Die Liste der Nebenwirkungen ist lang, Todesfälle und Spätschäden nicht selten. Auch die in Mode gekommenen Botoxbehandlungen als vermeintliche Wunderwaffe im kosmetischen Kampf gegen das Altern gehören hierher. Das Argument, dass derlei doch Privatsache sei und schließlich auch privat bezahlt werde, kann gerade die pronova BKK als gesetzliche Krankenversicherung nicht gelten lassen. Zum einen, weil die gesundheitsschädigenden Folgen dieses Verhaltens dann allzu oft eben doch zu finanziellen Lasten aller Versicherten gehen. Zum anderen, weil hier auf fatale Weise Vorbilder erzeugt werden, die die körperliche und seelische Gesundheit junger Menschen nachhaltig bedrohen.

