Alle Jahre wieder: Die Grippesaison beginnt.
Was können Sie vorbeugend tun?
Wenn es um Grippe geht, erzielten in den letzten Jahren vor allem die Vogel- und die Schweinegrippe hohe Aufmerksamkeitswerte. Die ganz normale Influenza-A- oder Virusgrippe hingegen wurde und wird kaum beachtet – völlig zu Unrecht. Denn diese Virusgrippe oder auch „echte“ Grippe hat es durchaus in sich. Hohes Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen, starkes Krankheitsgefühl über zwei bis drei Wochen sind die Anzeichen für eine Infektion. Das Gefährliche ist übrigens meist nicht die Grippe selbst, sondern die Sekundärinfektionen wie Lungen- und Hirnhautentzündungen. Ihnen fallen in Epidemiejahren in Deutschland bis zu 30.000 Menschen zum Opfer. Die Immunabwehr ist durch die Grippe meist so geschwächt, dass sie den Folgeinfektionen keinen nennenswerten Widerstand mehr entgegensetzen kann. Aus diesem Grund – um die Gefahr solcher Komplikationen bereits im Vorfeld abzuwehren – ist die Grippeschutzimpfung außerordentlich sinnvoll.
Die Grippeschutzimpfung
Da die auslösenden Influenza-A-Viren sehr wandlungsfähig sind, reicht es nicht, sich alle zehn Jahre einmal gegen Grippe impfen zu lassen. Aus aktueller Beobachtung der Virenverbreitung ermitteln Forscher, welche Virusvarianten in den nächsten Monaten voraussichtlich auf uns zukommen werden. Entsprechend wird der Impfstoff jährlich neu ausgelegt und rechtzeitig produziert. Da die Grippesaison mit der kalten Jahreszeit beginnt, ist es sinnvoll, die Impfung im Oktober oder November durchzuführen. Wenn Sie bei der pronova BKK versichert sind, ist diese Impfung für Sie kostenlos. Die Impfung wird nach einigen Tagen wirksam; in den allermeisten Fällen wird sie sehr gut vertragen, gelegentliche Nebenwirkungen wie Rötungen oder Schwellungen an der Einstichstelle klingen rasch wieder ab.
Sonstige Vorbeugemaßnahmen
Ergänzend zur Grippeschutzimpfung sind verschiedene andere Maßnahmen zur Stärkung der Immunabwehr sowie zur Vorbeugung nützlich. Durch Bewegung im Freien, Wechselduschbäder, regelmäßige Saunagänge, Verzicht auf Alkohol und Nikotin sowie häufigen Verzehr von Obst und Gemüse schaffen Sie die Grundvoraussetzungen für eine starke Immunabwehr. Ein sehr wichtiger und oft unterschätzter Vorbeugungsfaktor ist auch die Handhygiene: Waschen Sie sich regelmäßig und gründlich die Hände mit Seife und warmem Wasser. Warum? Beobachten Sie einfach mal an sich selbst, wie oft ganz unwillkürlich Ihre Hand in Richtung Mund oder Nase wandert – dorthin also, wo die Erreger ihre wichtigsten Einfallstore in Ihren Körper haben. Und zählen Sie außerdem mal durch, wie oft Sie täglich anderen Menschen die Hand geben oder Treppengeländer oder Haltestangen in der U-Bahn anfassen. Auf glatten Oberflächen wie Kunststoff oder Edelstahl können Influenza-A-Viren bis zu 24 Stunden kontakt-infektiös bleiben! Ganz wichtig: Während einer Epidemie sollten Sie Menschenansammlungen möglichst generell meiden. Spüren Sie einen herannahenden Infekt, können mehrere Tassen heißen Salbei- oder Ingwertees (möglichst aus frisch geriebenem Ingwer) Erkrankungen oft noch im Keim ersticken. Ein echter Klassiker ist die selbst gekochte Hühnersuppe, die vor allem auch bei grippalen Infekten (also den oft mit der echten Grippe verwechselten Erkältungskrankheiten) eine heilende Wirkung hat.
Abwehrklassiker: die Hühnersuppe
Schon seit der Zeit der alten Ägypter wird eine kräftige Hühnersuppe in vielen Kulturen zur allgemeinen Stärkung und besonders bei Erkältungskrankheiten empfohlen. Forscher vom Medical Center der University of Nebraska in Omaha wollten es genau wissen, kochten eine Hühnersuppe und kamen in ihren Studien zu dem Ergebnis, dass Hühnersuppe tatsächlich eine heilende Wirkung hat: Wenn Schnupfenviren in die Schleimhäute der oberen Atemwege eindringen, machen sich ganz bestimmte weiße Blutkörperchen, die sogenannten Neutrophilen, auf den Weg, um diese abzuwehren. Dadurch schwellen die Schleimhäute zusätzlich an, die Nase läuft verstärkt und Schleim muss abgehustet werden. Die Hühnersuppe blockiert nun die Aktivität dieser weißen Blutkörperchen und hilft so, die Erkältungssymptome zu lindern. Darüber hinaus werden die hitzeempfindlichen Viren durch die heiße Suppe in ihrer Vermehrung gehemmt. Die Mischung aus Hühnerfleisch und Gemüse macht’s: Das Fleisch liefert leicht verdauliches Eiweiß, verfügt über eine günstige Fettsäurenzusammensetzung und versorgt den Körper mit Eisen, Zink und Vitamin B12. Das mitgekochte Gemüse enthält hitzebeständige Vitamine, Mineralstoffe und sekundäre Pflanzenstoffe, die in die Brühe übergehen. Hühnersuppe wärmt den Körper von innen. Beim Essen der heißen Suppe befeuchtet der Dampf die Schleimhäute, so kann das Sekret besser abfließen. Gerade bei Erkältungskrankheiten muss dem Körper sehr viel Flüssigkeit zugeführt werden, auch hier leistet die Suppe einen wertvollen Beitrag. Und im Gegensatz zu vielen Medikamenten ist die Hühnersuppe völlig frei von Nebenwirkungen und schmeckt einfach unwiderstehlich gut! Die Zubereitung ist ganz einfach, braucht aber etwas Zeit.

