Achtung, Vitaminbombe!
Warum hoch dosierte Vitamin- und Mineralstoffgaben mehr Schaden anrichten können als Nutzen stiften
Frühstück kann ganz schön vielseitig sein: Vollkornbrot, Brötchen, Butter, Käse, Eier, Wurst, Müsli, frisches Obst, Joghurt, Marmelade, Honig, Milch, Kaffee, Tee, Orangensaft und – in etwa jedem zweiten deutschen Haushalt – künstliche Vitamine und Mineralstoffe. Mehr als eine Milliarde Euro jährlich geben wir für Nahrungsergänzungsmittel aus. Da gibt es neben Brausetabletten (Vitamin C oder Multivitaminpräparate, Calcium oder Magnesium) etliche spezialisierte Mittel, die – beileibe nicht nur zum Frühstück – in fast allen Lebenslagen als hilfreich angesehen werden.
Viel hilft nicht immer viel und ein Zuviel kann schaden
Jeder von uns nimmt mit der Nahrung täglich zahlreiche Vitamine und Mineralstoffe auf. Kommt die Einnahme von künstlichen Vitaminen und Mineralstoffen in Form von Nahrungsergänzungsmitteln hinzu, kann es leicht zu einer Überdosierung kommen. Viele Präparate sind so konzipiert, dass bereits die Einnahme einer Tagesdosis den empfohlenen Vitaminbedarf zu 100 % abdeckt. Manche Tagesdosis ist so hoch konzentriert, dass sogar 200 % oder mehr erreicht werden. Auch enthalten viele Lebensmittelprodukte wie Kakaogetränkepulver heute bereits ab Fabrik zugesetzte Vitamine und Mineralstoffe. Dass ein Zuviel an Vitaminen und Mineralstoffen unbedenklich sei, das gilt heute nicht mehr. Vitamin A ist in größeren Mengen sogar eindeutig gesundheitsschädlich. Nimmt man über einen langen Zeitraum mehr als 15 mg täglich auf, kann es zu Kopfschmerzen, Hautveränderungen und Leberschäden kommen. Bei einer Zufuhr von mehr als 30 mg können Haarausfall, Schwäche, Knochen- und Gelenkschmerzen die Folge sein, bei Schwangeren kann es zu einer Schädigung des Ungeborenen kommen. Künstliches Vitamin C in zu hohen Dosen (500 mg pro Tag) kann Erbgut schädigen, zu Herzinfarkt führen, den Alterungsprozess beschleunigen und möglicherweise Krebs begünstigen. Bei normaler Ernährung kann es zu einer Überversorgung mit natürlichen Vitaminen und Mineralstoffen nicht kommen. Ein Präparat vom Typ A bis Z mit zusätzlichen Mineralstoffen aber kann den Nährstoffhaushalt des Körpers durcheinanderbringen. Mineralstoffe untereinander und auch Vitamine können die Aufnahme gegenseitig behindern. Hohe Kalzium- oder Magnesiumdosen können die Aufnahme von Eisen beeinträchtigen und so langfristig einen Eisenmangel erzeugen. Nahrungsergänzungsmittel enthalten außerdem häufig bedenkliche Hilfsstoffe wie Konservierungsmittel, künstliche Süßstoffe oder Erdölprodukte statt hochwertiger pflanzlicher Öle. Gerade bei Kindern, die einen niedrigeren Bedarf an Vitaminen und Mineralstoffen haben als Erwachsene, ist die Gefahr einer Überversorgung hoch. Zwar gibt es zahlreiche speziell auf den Bedarf von Kindern zugeschnittene Präparate, diese sehen aber häufig aus wie Bonbons und sind dabei durch zugesetzte Süßstoffe geschmacklich attraktiv, sodass gern eine Tagesdosis mehr genommen wird. Also: Nahrungsergänzungsmittel auf jeden Fall vor Kindern sicher aufbewahren.
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