Achtung, Vitaminbombe!
Warum hoch dosierte Vitamin- und Mineralstoffgaben mehr Schaden anrichten können als Nutzen stiften
Frühstück kann ganz schön vielseitig sein: Vollkornbrot, Brötchen, Butter, Käse, Eier, Wurst, Müsli, frisches Obst, Joghurt, Marmelade, Honig, Milch, Kaffee, Tee, Orangensaft und – in etwa jedem zweiten deutschen Haushalt – künstliche Vitamine und Mineralstoffe. Mehr als eine Milliarde Euro jährlich geben wir für Nahrungsergänzungsmittel aus. Da gibt es neben Brausetabletten (Vitamin C oder Multivitaminpräparate, Calcium oder Magnesium) etliche spezialisierte Mittel, die – beileibe nicht nur zum Frühstück – in fast allen Lebenslagen als hilfreich angesehen werden.
Gesunde Ernährung statt künstlicher Vitamine
Ein wesentlicher Nachteil der künstlichen Vitamine und Mineralstoffe ist, dass sie uns in Sicherheit wiegen in puncto Gesundheit. Dabei ist eine gesunde, vollwertige Ernährung so einfach und macht außerdem die Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln in den meisten Fällen überflüssig. Fünf Portionen Obst und Gemüse empfiehlt die DGE. Ein Apfel als Zwischenmahlzeit, ein Glas Orangensaft (möglichst direkt gepresst) oder ein paar Scheiben Tomaten und Gurken oder Salatblätter zur Brotzeit machen schon je eine Portion aus. Rui Hai Liu von der Cornell Universität in New York hat durch einen Laborversuch nachgewiesen, dass 20 mg natürliches Vitamin C in 100 g Apfel den gleichen antioxidativen Effekt haben wie 1500 mg künstliches Vitamin C. Warum? Weil ein Apfel zusätzlich zu den Wirkstoffen (Vitaminen und Mineralstoffen) zahlreiche andere Komponenten enthält wie zum Beispiel sekundäre Pflanzenstoffe. Nur bei direktem Verzehr wird das ganze Spektrum an essenziellen und bioaktiven Substanzen aufgenommen und kann im Zusammenspiel freigesetzt werden. Bei Verzehr einiger Lebensmittel deckt man mit nur 100 g übrigens gleich den Tagesbedarf von drei oder mehr Vitaminen oder Mineralstoffen, z. B. versorgt Brokkoli den Körper mit Vitamin A,K,C, Folsäure und Kalium, Hering steuert Vitamin D, B6, B12 und Pantothensäure bei und Sonnenblumenkerne liefern Vitamin E und B1, Magnesium, Selen und Kupfer. Diese natürlichen Nährstoffressourcen zeichnen sich gegenüber den künstlichen Gaben durch eine bessere Bioverfügbarkeit aus. Um die Vitaminressourcen der Lebensmittel auszuschöpfen, sollten alle Speisen frisch und schonend zubereitet werden, denn durch langes Lagern oder lange Transportwege geht schon ein Teil der Vitamine verloren.
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