Älter werden ohne alt auszusehen
Echte und vermeintliche Probleme mit dem Älterwerden
Wir leben in einer Gesellschaft, die mit dem Alter und dem Älterwerden ein großes Problem hat – trotz Rente mit 67 als Staatsziel werden bei Bedarf bevorzugt. Ältere am Arbeitsplatz wegrationalisiert, denn Flexibilität und Dynamik gelten nicht nur als für das Berufsleben unverzichtbar, sondern einzig als Domäne der Jüngeren.
Doch auch die Älteren selbst machen es sich nicht leicht mit dem Altern: Bereits Vierzigjährige möchten möglichst als Dreißigjährige durchgehen, Fünfzigjährige als Vierziger, Siebziger als Fünfziger.
Davon profitieren in erster Linie die Hersteller von Anti-Aging-Kosmetika und modischen Accessoires sowie vor allem diverser Pharmazeutika, die Rücken, Lenden und Gesichtshaut die ewige Jugend garantieren sollen.
Dabei hat der Alterungsprozess auch seine guten, spannenden Seiten. Doch die wollen erst einmal entdeckt werden. Entdecken Sie diese Seiten für sich selbst – oder für ältere Angehörige und Freunde.
Powerthinking
Geistige Fitness trainieren
Körperliche Gesundheit ist wichtig als Grundlage für geistige Fitness. Krankheiten etwa, die dem Herzen schaden, sind auch für das Gehirn nicht gut. Hoher Blutdruck beispielsweise, schlechte Cholesterinwerte, falsch eingestellter Blutzucker, Übergewicht, Rauchen, ein Mangel an körperlicher Bewegung und manche Herzrhythmusstörungen sowie Mangelzustände wirken sich auf das geistige Leistungsvermögen aus. Geistige Fitness selbst lässt sich auf vielfältige Weise trainieren – von Sudoku und Kreuzworträtsel über das Auswendiglernen von Gedichten bis zu eigenständigen schöpferischen Leistungen. Neuronale Feuerwerke, die das Gehirn auf Trab halten, lassen sich in vielen Alltagssituationen zünden. Hier ein paar Anregungen, die Sie bei Ihrem individuellen Geisttraining berücksichtigen können.
Fitness
Wacher Geist in gesundem Körper: Lassen Sie die körperliche Fitness nicht zu kurz kommen. Laufen Sie, gehen Sie spazieren, halten Sie sich möglichst an frischer Luft auf. Das belebt auch den Geist.
Aneignung
Lassen Sie den Geist nicht leerlaufen:
Suchen Sie sich ein Thema oder Interessensgebiet, das Sie nach allen Regeln der Kunst durchforsten – sammeln Sie Informationen, verknüpfen Sie Details, werten Sie Literatur aus.
Schnelligkeit und Präzision
Lassen Sie keine gedankliche Unschärfe zu: Bestimmen Sie im Gespräch mit anderen möglichst schnell und exakt die Problemstellung bzw. Ihren gedanklichen Ausgangspunkt. Legen Sie ihn in maximal zehn kurzen Sätzen dar.
Flexibilität
Bleiben Sie geistig beweglich: Nehmen Sie gezielt auch konträre Positionen ein. Versuchen Sie das Für und Wider beider Positionen abzuwägen.
Gefühle
Fassen Sie auch Gefühle klar und präzise: Versuchen Sie herauszufinden, welche Emotionen angesprochen werden, wenn Sie bestimmte Dinge sagen oder denken, sehen oder hören. Suchen Sie nach den Spuren, die Gefühle in Ihrem Denken hinterlassen. Und nach den Spuren Ihrer Gedanken in der Gefühlswelt der anderen.
Kreativität und Eigenständigkeit
Vermitteln und verbinden Sie, schaffen Sie etwas Neues: Versuchen Sie im Kollegenmeeting oder im Gespräch unter Freunden, konträre Positionen zu einer neuen, ausgewogenen Position zu verbinden. Prüfen Sie, ob Ihre Position möglichen Einwänden standhält.
Wortwitz
Suchen Sie das kreative Spiel: Begeben Sie sich öfter mal auf die Ebene des Wortwitzes – spielen Sie mit Ihren Gedanken, formen Sie Wörter um, bringen Sie sie zum Singen und Tanzen. Diese bewusst eingenommene Position des Unernstes mischt Ihre grauen Zellen erneut gehörig auf.
Symbol und Gedächtnis
Bringen Sie die Sache durch eine bildliche Abstraktion auf den Punkt: Versuchen Sie, Gedanken in eine abstrakte Symbolwelt zu übertragen. Anhand des gefundenen Symbols sollte es Ihnen von da an möglich sein, die gesamte Gedankenkette mit allen Abzweigungen und Nebenwegen jederzeit nachzuvollziehen. Sie trainieren also nicht nur sämtliche Ebenen gedanklicher und sprachlicher Gewandtheit, sondern auch Ihr Gedächtnis.

