Ambulante Operation?
Der Gesetzgeber sieht sie in vielen Fällen vor und bei Patienten steht sie hoch im Kurs. Wann ist eine ambulante Operation die richtige Entscheidung?
Um eines vorwegzunehmen: Nicht der Patient allein entscheidet sich für die ambulante Operation. Denn die ist nur dann eine echte Alternative, wenn auch die medizinischen Voraussetzungen stimmen. Und darüber urteilt der Arzt. Wer sich auf Basis des ärztlichen Urteils für eine ambulante Operation entscheidet, geht kaum noch ein zusätzliches Risiko ein.
Der medizinische Fortschritt hat die stationäre Behandlung drastisch verkürzt und teilweise sogar ganz überflüssig gemacht. Bei der Entfernung von Krampfadern, bei Kniespiegelungen und Operationen des grauen Stars beispielsweise ist die ambulante OP sogar der vom Gesetzgeber gewollte Standard - es sei denn, es liegen Gründe vor, die eine stationäre Nachsorge erforderlich machen. Patienten profitieren gleich mehrfach: Zum einen finanziell u. a. durch den Fortfall der Krankenhauszuzahlung. Zum anderen können Sie als Kunde der BKK für Heilberufe - bei gleicher Qualität der Leistung - selbst entscheiden, ob Sie den Eingriff im ambulanten Operationsbereich eines Krankenhauses durchführen lassen oder einen niedergelassenen Facharzt wählen, der für ambulante OPs zugelassen ist. Ein weiterer, unter Umständen wichtiger Aspekt kann das verminderte Risiko einer postoperativen Krankenhausinfektion sein.
Hinzu kommt, dass der Genesungsprozess durch die vertraute häusliche Umgebung eher begünstigt wird. Das sorgt nicht nur für eine schnellere Reintegration ins Arbeits- oder Schulleben. Gerade auch für Kinder ist die Aussicht auf einen Krankenhausaufenthalt oft mit Ängsten verbunden - darf das Kind nach dem Eingriff nach Hause, macht der Genesungsprozess meist viel schnellere Fortschritte.
Egal, ob man sich für eine ambulante Operation im Krankenhaus oder beim niedergelassenen Facharzt entscheidet: Eine optimale medizinische Ausstattung der ambulanten OP-Bereiche bzw. der zugelassenen Facharztpraxen, eine sorgfältige Voruntersuchung sowie die gewissenhafte Nachsorge durch den behandelnden Haus- oder Facharzt gewährleisten ein hohes Maß an Sicherheit.
So verläuft eine ambulante Operation:
- Bei der Anmeldung zu einer ambulanten OP werden Sie informiert, welche Befunde Sie gegebenenfalls mitbringen müssen. In der Regel sind das EKG, Blutuntersuchung und eine Lungenfunktionsdiagnostik. Diese Voruntersuchungen führt normalerweise Ihr Hausarzt durch.
- Einige Tage vor dem Eingriff findet ein Gespräch mit dem operierenden Arzt statt. Er wird Sie über den Ablauf des Eingriffs informieren.
- Am Operationstag dürfen Sie mindestens sechs Stunden vor dem Eingriff nichts mehr essen oder trinken, weder Kaugummi kauen, Bonbons lutschen noch rauchen.
- Erscheinen Sie zum Eingriff in lockerer, einfacher Kleidung und ohne Make-up. Lassen Sie Schmuck und Wertsachen zu Hause. Denken Sie ggf. an einen Behälter für Kontaktlinsen und bringen Sie sicherheitshalber Wäsche zum Wechseln mit.
- Sollte es zwischen Voruntersuchung und OP-Termin zu einer Änderung Ihres Gesundheitszustandes kommen (fiebrige Erkältung z. B.), informieren Sie unbedingt den operierenden Arzt.
- Sofern Sie sich wohl fühlen und keine Komplikationen auf- treten, können Sie nach zwei bis sechs Stunden nach Hause - allerdings nur in Begleitung. Selber ein Auto zu lenken ist wegen der Nachwirkung von Betäubungsmitteln absolut tabu! Auch für die ersten 24 Stunden zu Hause gilt: Nicht am Straßenverkehr teilnehmen (auch als Fußgänger nur in Begleitung), keinen Alkohol trinken, keine Maschinen bedienen und keine wichtigen Entscheidungen treffen.
- Manche Ärzte geben den Patienten bei ihrer Entlassung bereits den OP-Bericht für den Hausarzt mit.
- Die meisten Tageskliniken und OP-Zentren haben Bereitschaftsärzte, die man im Notfall Tag und Nacht erreichen kann.
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