Capoeira! Spiel oder Kampf?

07.10.2008
Kinder beim Capoeira

Vielleicht haben Sie auf der Straße schon einmal erstaunt innegehalten: Ein Kreis von Menschen, die entweder Rhythmusinstrumente spielen oder singen und klatschen. Und innerhalb des Kreises bewegen sich zwei Spieler zum Rhythmus der Musik im Wechselspiel von Angriff und Verteidigung – jedoch ohne sich zu verletzen, sie umtanzen einander, spielen miteinander in höchster Konzentration. Die Bewegungen sind fließend und anmutig. Ein faszinierender Anblick! Was Sie da sehen, ist eine Capoeira-Vorführung. Capoeira ist ein brasilianischer Kampftanz, der auch hierzulande immer mehr Anhänger in allen Altersstufen findet.

Capoeira heute

Capoeira ist heute sehr vielseitig, und daher für Jung und Alt gleichermaßen geeignet. Auch für Kinder, die oft sehr viel Spaß an Tanz und Musik haben, werden Kurse und Workshops angeboten. Jugendliche und junge Erwachsene bevorzugen vielleicht eine Capoeira-Richtung, die Elemente asiatischer Kampfsportarten oder Akrobatik enthält. Gewisse normative Regeln, die zu jeder Capoeira-Richtung gehören, gewährleisten die Sicherheit der Kämpfer, wie etwa die Anweisung, den Mitspieler nicht zu verletzen, oder das Verbot von Schlägen mit geschlossener Faust. In Capoeira- Schulen und Kursen werden zunächst körperliche Grundtechniken erlernt. Die körperliche Stärke ist dabei nicht so entscheidend. Gefördert werden die Beweglichkeit und die Elastizität, aber auch die Konzentrationsfähigkeit. Beim Spiel im Kreis sind Improvisation, Spontaneität und eine gewisse Offenheit wichtig, um den Bewegungen des Mitspielers antworten zu können. Viele sind fasziniert von der Schönheit der fließenden Bewegungen oder schätzen das Gruppengefühl und die daraus resultierenden Freundschaften. Bei älteren Menschen treten die Kampftechniken eher in den Hintergrund zugunsten der rhythmischen Bewegungen zur Musik. Und für alle steht Capoeira vielleicht ein bisschen auch für die Kunst, das Leben fließen lassen zu können.