Natur macht stark!

Eine Frau auf einem Stuhl am See sitzend mit weit von sich gestreckten ArmenWarum Mediziner und Psychologen Natur als wichtigen Faktor unserer Gesundheit sehen

Natur ist gesund – das hört sich nach einer Binsenweisheit an. Dahinter stehen aber glasklare medizinische Fakten: Viele der sogenannten Zivilisationskrankheiten sind nicht auf äußerliche Faktoren zurückzuführen wie krankmachende Stoffe, sondern auf die Tendenz, dass der moderne Mensch sich immer seltener in der Natur aufhält. Es gibt deutliche Anhaltspunkte dafür, dass sowohl unsere Immunabwehr als auch unser seelischer Zustand von einem „Zurück zur Natur“ profitieren würden. Und damit sind nicht nur gelegentliche Sonntagsausflüge bei schönem Wetter gemeint.

Keine Angst vor ein wenig Dreck

Manche Menschen scheuen die Berührung von Waldboden, Gartenerde und Matsch wie der Teufel das Weihwasser – leider. Denn diese gern auch als „Dreck“ bezeichneten Spielarten des natürlichen Erdbodens sind urgesund. Beine eines Kleinkindes, mit Gummistiefeln im Matsch stampfendUnd zwar gerade deshalb, weil Dreck zahlreiche Mikroorganismen wie Bakterien, Pilze und sonstige Klein- und Kleinstlebewesen enthält. Nimmt ein Kind solchen Dreck in den Mund, trägt dies zur Stärkung der körpereigenen Immunabwehr bei. Diese entwickelt sich im Laufe des gesamten Lebens durch unzählige Kontakte, die unser Organismus zu anderen Organismen und Substanzen hat. Umgekehrt gilt: Je weniger solcher Kontakte beispielsweise unsere Schleimhäute der Atemwege und des Verdauungstraktes haben, desto schwächer unsere Immunabwehr. Denn ihr fehlt die Gelegenheit zum Training – die Immuntoleranzschwelle sinkt. Wichtigstes Ziel des lebenslangen Immuntrainings aber ist die Herausbildung und Erhaltung der Fähigkeit zur Unterscheidung zwischen „gefährlich“ und „ungefährlich“. Kann die Immunabwehr infolge fehlenden Trainings diese Unterscheidung nicht treffen, kommt es zu überschießenden Immunantworten. Asthma und Allergien können die Folge sein. Auch wird diskutiert, ob kindlicher Diabetes, entzündliche Darmerkrankungen, Zöliakie, rheumatische Erkrankungen und sogar Depressionen des Jugendalters möglicherweise mit einer Störung der Immunabwehr zusammenhängen.

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