Gesunder Alleskönner? Heilpflanze Mistel
Drudenfuß, Hexenbesen oder auch Hexennest sind volkstümliche Namen der Mistel (Viscum album), die in grauer Vorzeit von Druiden mit goldenen Sicheln unter besonderen Vorsichtsmaßnahmen geerntet wurde, damit sie ihre magischen Kräfte nicht einbüßte. Gegen Schwindel und Epilepsie verordnete bereits Hippokrates die Heilpflanze. Bluthochdruck, Herzschwäche und Arteriosklerose werden heute begleitend mit Misteltee behandelt. Die leicht giftige Mistel sollte dabei unbedingt behutsam angewendet werden. Die Wirksamkeit von Mistelextrakten in der Krebstherapie bleibt nach wie vor umstritten.
Immergrün und unter Naturschutz stehend
Misteln sind immergrüne Sträucher, die als Halbschmarotzer bevorzugt auf Pappeln, Apfelbäumen, Tannen und Robinien wachsen. Nährstoffe und Flüssigkeit entziehen sie mit ihren Wurzeln dem Wirtsbaum, Photosynthese betreiben sie mit ihren grünen Blättern selbst. Die hellgrünen Zweige mit ihren ledrigen Blättern verzweigen sich so, dass sie eine Kugelform bilden, die tatsächlich für ein Nest gehalten werden könnte. Ab September reifen die weißen Beeren, die klebrig sind und je einen Samen enthalten. Alle Teile der Pflanze sind leicht giftig, deshalb müssen Mistelzweige, die als Weihnachtsschmuck beliebt sind, unbedingt außerhalb der Reichweite von Kindern aufbewahrt werden. In Deutschland steht die Mistel unter Schutz und darf nicht gesammelt werden – was angesichts der Tatsache, dass sie oft sehr hoch im Geäst ihrer Wirtsbäume wächst, auch kaum anzuraten wäre. Ihren Misteltee müssen Sie also über die Apotheke beziehen.
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