Gesunder Alleskönner? Heilpflanze Mistel
Drudenfuß, Hexenbesen oder auch Hexennest sind volkstümliche Namen der Mistel (Viscum album), die in grauer Vorzeit von Druiden mit goldenen Sicheln unter besonderen Vorsichtsmaßnahmen geerntet wurde, damit sie ihre magischen Kräfte nicht einbüßte. Gegen Schwindel und Epilepsie verordnete bereits Hippokrates die Heilpflanze. Bluthochdruck, Herzschwäche und Arteriosklerose werden heute begleitend mit Misteltee behandelt. Die leicht giftige Mistel sollte dabei unbedingt behutsam angewendet werden. Die Wirksamkeit von Mistelextrakten in der Krebstherapie bleibt nach wie vor umstritten.
Achtung – „natürlich“ bedeutet nicht immer „harmlos“
Ganz wichtig ist die richtige Zubereitung des Misteltees: Er darf auf gar keinen Fall heiß aufgebrüht werden! Misteltee muss immer als Kaltauszug (Mazeration) angesetzt werden: 1–2 TL mit kaltem Wasser über Nacht stehen lassen, zum Trinken nur leicht erwärmen. Die leicht giftigen Stoffe der Mistel lösen sich in kaltem Wasser nicht, nur so ist der Tee wirklich der Gesundheit zuträglich. Werden Teile der Mistel in zu hohen Dosen eingenommen, kann es zu Vergiftungserscheinungen kommen. Für die Mistel gilt, wie überhaupt für Heilpflanzen, dass sie nicht bedenkenlos angewendet werden dürfen nach dem Motto: „Wird schon nicht schaden, ist ja rein pflanzlich“. Auch pflanzliche Heilmittel haben Neben- oder Wechselwirkungen, die unbedingt vor der Anwendung in Erfahrung gebracht werden müssen. Im Zweifelsfall lieber einen Fachkundigen fragen und von einer Selbsttherapie absehen.

