Glücklich, wen der Hafer sticht
Den sprichwörtlichen Haferstich bekommen heutzutage fast nur noch die Tiere, da sie den weitaus größten Teil des Hafers als Futtermittel verbrauchen. Nicht einmal 10 Prozent des Hafers werden für die menschliche Ernährung verarbeitet. Schade, denn eigentlich wäre Hafer für uns Menschen das wertvollste Getreide überhaupt.
Haferstarke Germanen und Kelten
Im alten Island wurden Hafer und Hering als Speise der Götter bezeichnet. Hafer wurde heilig gehalten und war in ganz Nordeuropa fast 2.000 Jahre lang Hauptnahrungsmittel. Die Römer nannten die Germanen zwar verächtlich "Haferfresser", waren aber vielleicht eher neidisch auf die haferstarken Völker Nordeuropas. Zunächst war Hafer nur Beigras auf Gersten- und Weizenfeldern, seit der Bronzezeit trat er einen Siegeszug als Kraftspender für Mensch und Vieh an, der erst mit Einführung der Kartoffel um 1770 gestoppt wurde. Doch schon frühzeitig empfahl der griechische Arzt Dioskurides Haferbrei auch als Medizin. Er wandte Hafer als Mittel gegen Durchfall an und kurierte mit Haferschleim manchen Husten. Auch im alten China war Hafer bekannt und geschätzt.
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