Mit Köpfchen gegen den Bauch

 

Mit Köpfchen gegen den Bauch

Schriftzug: Mit Köpfchen gegen den Bauch

Mehr als die Hälfte der deutschen Bevölkerung schleppt ernährungsbedingt zu viele Kilos mit sich herum. Folgeerkrankungen vor allem des Herzkreislaufsystems, Gelenkerkrankungen oder Stoffwechselstörungen machen das Leben dann oft noch schwerer, als es ohnehin schon ist. Zu beachten ist natürlich, dass es zwei Sorten von Übergewicht gibt: künstlich durch eine ungesunde und übermäßige Ernährung erzeugtes und ein genetisch bzw. krankhaft bedingtes. Letzteres muss unbedingt in ärztlicher Therapie und unter medizinischer Aufsicht behandelt werden. Doch gegen das normale, essbedingte Übergewicht können Sie mit Köpfchen schon eine Menge ausrichten. Übrigens geht es nicht darum, ein paar Pfunde zu viel auf den Hüften zu diskriminieren. Im Gegenteil: Ein leichtes Übergewicht schadet wenig. Doch einem starken Übergewicht sollte man energisch zu Leibe rücken.

Das dicke Ende aller Diäten

Bemerkenswert ist, dass der ansteigenden Tendenz zum Übergewicht eine wachsende Vielfalt von Diätratgebern und Abnehmkuren gegenübersteht. Je mehr die Leute sich mit Diäten befassen, desto mehr nehmen sie offenbar zu. Was paradox klingt, hat eine ganz normale Ursache: Jede Diät ist ein Ausnahmezustand. Man macht sie, um sich von ein paar Kilos zu befreien - und um nach dem Ende der Diät umso herzhafter zulangen zu können. Dieser sattsam bekannte Jojo-Effekt zeigt, dass Diäten als Zwischenspiel im Grunde sinnlos sind (es sei denn, sie wurden ärztlich angeordnet). Es kommt vielmehr darauf an, dauerhaft zu einer vernünftigen Einstellung zur Ernährung zu kommen.

Abnehmen beginnt im Kopf

Der Mensch kann viel vom in der Wildnis lebenden Tier lernen: Tiere fressen, wenn sie hungrig sind, und hören auf, wenn sie satt sind. Lustfressen, Frustfressen, Esszwang im Rahmen von Geselligkeit oder futtern aus Langeweile - das gibt es im Tierreich nicht. Genau diese zivilisatorisch bedingten Formen des Essens aber sind es, die uns Fett ansetzen lassen. Die Überflussgesellschaft kommt uns in diesen schlechten Angewohnheiten sehr entgegen: Das Futter muss nicht mehr erjagt werden, es ist überreichlich vorhanden und gerade in seinen fettesten, verzuckerten und kalorienreichsten Varianten fast überall und zum Spottpreis zu haben. Es handelt sich hierbei oft um Nahrungsmittel, die aufgrund ihrer ernährungsphysiologisch sehr schlechten Qualität eigentlich einer ganzen Palette von Nahrungsergänzungsmitteln bedürften, damit wir alle Vitamine und Mineralstoffe zuführen, die uns das Essen nicht mehr geben kann.

Wissenschaftlich begründen lässt sich alles

Die seriöseren unter den Diäten bemühen sich um eine ernährungsphysiologische Begründung. Doch begründen lässt sich nahezu alles - es kommt ganz darauf an, welche physiologischen Vorgänge in den Vordergrund gerückt und wie ermittelte Werte interpretiert werden. So kommen dann seltsame und einander widersprechende Diätempfehlungen wie Fettdiäten und Nullfettdiäten auf den Markt. Alles lässt sich je nach Standpunkt wissenschaftlich begründen - und doch haben alle Diäten den gleichen Fehler: Sobald man sie absetzt und zu den alten Ernährungsmustern zurückkehrt, klettert die Waagenanzeige unaufhaltsam. Dauerhaft profitiert nur die Ratgeber- und Diätmittel-Industrie.

Mit Vernunft zum Erfolg

Dabei könnte alles so einfach sein, wenn nur der Kopf dem Bauch nicht ständig nachgeben würde. Wir haben zehn Tipps erarbeitet, die sich im Alltag bestens bewähren. Ihre Umsetzung kostet Sie kein Geld, nur ein wenig Disziplin. Tipp: Ausschneiden und an den Kühlschrank hängen. Wenn Sie diese „Vernunftmethode“ ausprobieren möchten, teilen Sie uns doch bitte formlos per Mail oder Brief mit, welche Erfahrungen Sie mit ihr gemacht haben! Wir werden Ihre Anregungen eventuell schon bald aufgreifen können.

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