Scharf, süß, salzig, sauer, bitter - und gesund

Beim Würzen von Speisen und Getränken geht es keineswegs nur um Geschmackserlebnisse. Manch eine geschmackgebende Zutat ist von hohem gesundheitlichem Wert. Andere wiederum wie Salz und Zucker sind zwar lebenswichtig, doch mit Vorsicht zu genießen. Und so manch ein Gemüse bringt ein ausgeprägtes Geschmackserlebnis auch ohne würzende Zutat von sich aus mit.

Freuen Sie sich auf einen kurzweiligen Streifzug durch die Welt kleiner Gaumenfreuden. Und dann lassen Sie sich den Sommer so richtig schmecken!

Artischocke ist gut für Leber und Galle

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Artischocke ist gut für Leber und Galle

Vieles, was bitter schmeckt, scheint für Galle und Leber besonders bekömmlich zu sein. Neben dem Wermutkraut verdient hier insbesondere die Artischocke lobende Erwähnung, wobei die oft weggeworfenen Blätter dreimal so viel gesunde Bitterstoffe enthalten wie die z. B. als Pizzabelag oder Salatzutat verzehrten Blütenböden. Die Bitterstoffe der Artischocke regen die Gallebildung und damit den Fettstoffwechsel an, helfen der Leber bei der Regeneration ihrer Zellen und unterstützen sie bei ihrer Arbeit der Entgiftung. Die wirksamen Inhaltsstoffe der Artischocke stimulieren die Schleimhäute und inneren Drüsen. Bei rheumatischen Erkrankungen, Gicht, Fettsucht und auch bei chronischen Durchfällen, Magenübersäuerung, Blasen- und Nierenschwäche gilt die Artischocke als bewährte Naturheilmedizin. Ihre blutfettsenkende Wirkung ist bekannt. Darüber hinaus weisen Artischocken einen hohen Gehalt an Kalzium, Kalium, Magnesium, Phosphor, Flavonen und Vitamin B auf. Und während viele Gemüse einen hohen Stärkeanteil haben, enthalten Artischocken Inulin. Das macht sie für leberkranke und cholesterinbelastete Menschen zu einem geradezu idealen Gemüse. Tipp: Geben Sie beim Kochen auch den Stiel in das Kochwasser. So retten Sie einen Großteil der heilsamen Bitterstoffe vor der Biotonne. Das leicht bitter schmeckende Kochwasser lässt sich - bei Bedarf mit Honig leicht gesüßt - im Verlauf des Tages trinken. Ursprünglich gelangte das potente Distelgewächs aus Ägypten über den arabischen Kulturraum nach Europa.

Kaffee: (K)ein bitteres Vergnügen

Kaffee ist das beliebteste Getränk der Deutschen. Pro Kopf trinkt jeder Deutsche fast 170 Liter jährlich, was einer Menge von ca. 3 Tassen pro Tag entspricht. Dass Kaffee durchaus auch gesundheitsfördernde Eigenschaften hat, ist bislang weniger bekannt. Verschiedene Studien haben gezeigt, dass Kaffee Schutzwirkungen vor Nieren-, Brust- und Darmkrebs haben kann. Verantwortlich für die Schutzwirkung sind vermutlich antioxidativ wirkende Polyphenole. Darüber hinaus vermindert der Kaffeekonsum vermutlich auch das Risiko, an Parkinson oder Diabetes Typ II zu erkranken. Offenbar kann ein Bitterstoff im Kaffee, das Trigonellin, auch die Zähne vor Karies schützen. In Laborversuchen konnten Wissenschaftler der Universität von Ancona zeigen, dass Inhaltsstoffe im Kaffee die Karies verursachenden Bakterien Streptococcus mutans abtöten konnten.

Zwei bis vier Tassen Kaffee über den Tag verteilt werden für die schützenden Wirkungen des Kaffees empfohlen - eine Menge, die auch nach den Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) für gesunde Erwachsene tolerabel ist. Dass Kaffee bei empfindlichen Menschen aber auch Herzrasen, Sodbrennen und Magenschmerzen verursachen kann, ist hinlänglich bekannt. Auch Schwangere sollten sich beim Kaffee zurückhalten, da dem Ungeborenen noch ein Enzym in der Leber fehlt, das zum Kaffeeabbau nötig ist.

Die beste Art, Artischocken zu genießen:

pur mit einer schlichten Kräutervinaigrette

Kräutervinaigrette:

1 EL bestes kaltgepresstes Olivenöl

5 EL Balsamicoessig

1 EL Akazienhonig

Salz

frisch gemahlener Pfeffer

2-3 Knoblauchzehen (gepresst oder feingehackt)

reichlich frische, feingehackte Kräuter

(z. B. Schnittlauch, Basilikum, Pimpinelle,

glatte Petersilie, Zitronenmelisse, Thymian)

Da Sie die Blätter mitgenießen wollen, Artischocken im Ganzen so lange in leicht gesalzenem Wasser kochen, bis die Blätter sich leicht herauslösen lassen. Eventuell Zitronensaft hinzugeben, um die Farbfrische zu erhalten. Die Blätter an der Spitze anfassen, mit den Ansätzen in die Vinaigrette tauchen und auslutschen. Nach und nach gelangen Sie an das faserige Heu im Zentrum der Artischocke. Diese Fasern entfernen Sie bitte, bis als finaler Genuss die Artischockenböden vor Ihnen auf dem Teller liegen.